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Zeichnermeile – was heißt das eigentlich?

Is ewig her, dass ich mal gebloggt habe.. aber ich hab mal wieder ein Thema  o-o

Gestern hatte ich Besuch von zwei Freunden die selber viel auf Messen und in der Manga Szene unterwegs sind..

Und wir kamen auf das Thema Zeichner – Zeichnermeile. Primär bin ich dann über die Aussage gestolpert, dass einige Zeichner inzwischen bereits so viele Produkte anbieten und in einem Stil, das sie schon fast als Händler wahrgenommen werden. Natürlich Händler die ihre eigenen Sachen verkaufen – aber trotzdem.

Das hat mich dann doch nachdenklich gestimmt.. ich selber war schon beeindruckt.. manchmal sogar eingeschüchtert wenn man den Stand eines Zeichners sieht – mit Aufstellern, Postkartenständern und was weiß ich alles, um seine Produkte zu präsentieren… hat das wirklich einen Händlercharme?

Ich selber kann mich erinnern, dass ich vor ein zwei Jahren liebend gerne mit den Zeichnern gesprochen habe, die eher einen bescheidenen Stand hatten – nicht so bombastisch aufgemacht, trotzdem aber ihre Sachen verkauft haben.

Die Zeichnermeilen werden immer größer, die Messen haben ihre Auswahlmuster, wie sie Zeichner auf die Meile packen (nicht das ich überhaupt einen Plan davon hätte, schließlich hatte ich noch nie einen Stand…) aber hat das Auswirkung auf uns? Die Zeichner und unsere „Szene“?

Alleine an Facebook erkennt man ja das es einigen immer mehr darum geht Aufmerksamkeit zu erregen und nicht das zu machen was sie selber wollen.. sondern das was angenommen/gekauft wird… ist das auf den Messen ein ähnliches Muster – nur statt digitaler Likes reelles Geld im Form von Verkauf?

Inwieweit hat das schielen auf Verkaufszahlen und Auffallen/Gefallen Einfluss auf ein Hobby, das gerade von der Leidenschaft lebt, das man das tut und zeichnet was man gerne macht?

 emoticon

3 Kommentare zu “Zeichnermeile – was heißt das eigentlich?”

  1. Aya Says:

    Gemischte Gefühle, was das betrifft.

    Es hat für mich die Auswirkung, dass ich selbst irgendwo mitschimmen muss, aber auch was eigenes-besonderes auf die Beine zu stellen habe, wenn ich meine Sachen verkaufen möchte, weil man sonst untergeht.
    Je mehr Zeichner, desto weniger werden sich die Besucher die Zeit nehmen, sich wirklich alle anzusehen. Manch Hartgesottene machen dies trotzdem, aber der Normalbesucher, der die ganze Convention sehen möchte, wird keine drei Stunden in einem Raum verbringen, weil dort 120 Zeichner sitzen.
    Entsprechend muss ich mich also irgendwie abheben. Sei es durch die Standgestaltung oder eben das Angebot.
    Um ehrlich zu sein, finde ich persönlich Pappaufsteller übertrieben, sofern ich nicht verlagsmäßig in irgendeiner Form einen Manga herausbringe, etc. Wozu?
    Postkartenständer hingegen haben, wenn ich viele solcher anbiete, einfach praktischen Nutzen neben dem „Gut aussehen“. Spart Platz, Leute können die Karte besser greifen, ohne dass sie den Tisch durcheinander bringen (da viele Tische ja auch eine Begrenzung von ca 60cm Breite haben, was nicht allzu viel ist).

    Die Conventionbetreiber machen denselben Fehler wie mit den Showgruppen: immer mehr, immer mehr, immer mehr.
    Das hat für mich eigentlich nur negative Folgen – klar, man hat vielleicht Glück, dass man seinen Lieblingszeichner mit höherer Wahrscheinlichkeit antrifft, aber in meinen Augen sind weder die Auswahlverfahren noch die Organisation gereift genug, um solche Riesenprojekte aufzuziehen. Zumindest bei den kleineren Veranstaltungen. Ich denke, LBM kriegt das ganz gut hin.

    Auswirkung auf die Szene? Leider auch eher negativ…
    Ein jeder denkt, er muss jetzt verkaufen. Ein jeder denkt, er ist der große Zeichner.
    Leute, haltet den Ball flach!
    Vergesst nicht, WARUM ihr zeichnet. Vergesst nicht, WARUM ihr auf eine Zeichnermeile geht. Vergesst nicht, was euer HAUPTZIEL dabei ist.
    Bestimmt nicht das Verkaufen… denn damit verdienen wohl die allerwenigsten ihren Lebensunterhalt und wenn, dann wären dies Preise, die der normale Congänger sich nicht leisten kann.

    Das ist im Übrigen eine weitere negative Auswirkung: Preisdumping.
    Und da man nie alle Zeichner mal zusammenbekommt, auf einer Veranstaltung, und sagt „Kommt, wir machen halbwegs einheitliche Preise für Lesezeichen“ etc. wird das leider auch weiterhin fortbestehen.
    Es ist frustrierend, wenn man seine Lesezeichen für 1,50€ verkauft und dann noch gesagt bekommt, dass das zu teuer wäre… ja, weil 80% ihre für 1€ verkaufen – wtf.

    Was gibt es also Positives zu verzeichnen?
    Natürlich, dass sich viele Leute eventuell mehr trauen, wenn sie sehen, dass einer angenommen wurde, der vllt auf gleichem Level ist, aber noch nicht oberste Liga spielt.
    Auch, dass man mehr sehen kann, mehr verschiedenes.
    Man hat blanke Auswahl.
    Als Zeichner kann man mehr Leute kennen lernen (oder auch nicht).

    Mehr sehe ich allerdings leider nicht.

    Ich bin Spätsommer beim Stammtisch in Berlin dabei… und ich mache mir jetzt schon Gedanken, was ich denn mitbringen soll als Verkaufsangebot… das ist ein Gedanke, den ich eigentlich bei dieser Veranstaltung noch nicht hatte. Weil es für mich da erstweilig ums Zusammensitzen und Zeichnen ging. Und vielleicht noch um Bewerbungsmappen sichten.

    Man müsste das wieder ein bisschen ummodellieren, dass es passt.

  2. Effi Pampelmuse Says:

    Ich denke das sich die Szene im Wandel befindet :) In den USA oder Asien ist es längst Gang und Gebe dass es einen großen, oft recht professionellen, Bereich an Indie-Zeichnern und Autoren gibt. Diesen Markt hatten wir ja nie so wirklich, nur Ansatzweise.

    Ich freue mich sehr darauf und fördere das auch. Besonders da ich nicht unbedingt bemerkt habe, dass man Angst vor den Zeichnern haben müsste. Es sind die gleichen sympathischen Leutchen, die das was sie tun heute einfach mit mehr Leidenschaft tun als Damals.

    Allerdings finde ich die Qualitätsunterschiede sehr bedenklich. Einige Produkte gewisser Leute haben ein enorm gutes Potential, sind sachgerecht hergestellt und durchdacht worden. Dann sehe ich daneben einen Stand von jemanden mit schlechten Drucken, falsch angelegten Dateien und nicht den Willen (oder den Mut?) sich mal mehr mit Grafik, Drucktechnik und und und zu beschäftigen, die Entschuldigung dazu: „Ich mach das doch nur als Hobby“. Ich glaube dass diese Einstellung bald nichts mehr bringt, mit dem Anstieg der Professionalität der Szene, wächst auch die Qualitätsanforderung der Kunden.
    Bald wird es wohl auch hier die ersten Indie-Zeichner geben die davon zumindest zum Teil leben können.
    Allerdings: Wenn man sich mal anschaut wie hoch die Preise von Zeichnern in anderen Ländern sind, sind wir enorm billig. Ich glaube im Zuge des Wandels steigen sicher auch die Produktpreise. Was zwangsläufig durch höheren Produktionsaufwand geschieht.

    Dieser Qualitätsanstieg fördert aber auch die Vielzahl an Stilen. Man muss herausstechen, individuell sein um gefunden zu werden.

    Trotz allem finde ich, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Es ist ein Klacks sich mal ein wenig mit Adobe Programmen auseinander zu setzen und wie man richtig druckt (CS2 Versionen sind mittlerweile offiziell Freeware und reichen dem Anspruch zur Genüge aus), Online-Druckereien bieten Dumping-Preise an, andere Zeichner helfen zudem sicher auch gerne bei Fragen ;)

    Ich glaube Orte für Anfänger wird es immer geben. Versuch es einfach mal, das klappt schon. Zum Beispiel der Stammtisch in Berlin. Man hat keine Standkosten. Es ist mehr ein fröhliches Miteinander als dass es um krasse Aufsteller und ungewöhnliche Produkte geht :D Einige sitzen da komplett nur mit drei oder vier Postkarten.

  3. Mäuserich Says:

    Ich finde der Grat den man da gehen will muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Geht es mir nur ums dabei sein?
    Dann sollte man sich fragen warum man nicht als schlichter Besucher auf die Con oder einfach auf ein Zeichnertreffen geht anstatt einen Verkaufsstand zu machen.

    Man kann natürlich auch mit dem Ziel an die Sache heran gehen, das man seine Kosten raus haben will, aber dann muss man natürlich auch ein Angebot / Eyecatcher haben mit dem man das auch bewerkstelligen kann, der erwähnte Postkartenständer ist da z.B. ein gutes Mittel.

    Ich finde es aber auch nicht verwerflich wenn man dort finanziell das Maximum raus holen möchte und dazu halt alle Register zieht.
    Es ist sicher auch nicht ganz unpraktisch sich entsprechend professionell zu präsentieren wenn man evtl. von einem Verlag entdeckt werden möchte.

    Zum Aspekt Hobby / Leidenschaft vs Kommerzialisierung:

    Ich selbst bin ja Miniaturenmaler und weniger Zeichner und ich liebe mein Hobby.
    Dennoch arbeite ich gelegendlich auf Auftrag und male dann Sachen die weit unter dem Niveau sind was ich für meine eigenen Modelle ansetze einfach weil der Kunde es günstig haben will oder etwa die mir persönlich überhaupt nicht gefallen.
    Da sehe ich mich schlicht als Handwerker, der dem Kundenwunsch nachgeht um sich etwas Geld nebenher zu verdienen.

    Trotzdem liebe ich mein Hobby dadurch nicht weniger, bin bei meinen eigenen Projekten nicht weniger kreativ oder habe keinen freundschaftlichen Kontakt zu Gleichgesinnten.

    Für mich schliesst sich das eine und das andere überhaupt nicht aus.

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